15.
In Italien bringt die Hexe Befana die Weihnachtsgeschenke
Viele Bücher, die
internationale Weihnachtsbräuche behandeln, behaupten, in Italien brächte nicht
der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern eine Hexe – la Befana. Das ist so
nicht richtig.
Zunächst einmal ist
Befana keine Hexe, sie sieht nur so aus. Traditionell wird sie eher als eine
Art Fee gedeutet. Vor allem aber gibt es in Italien vier Feiertage mit
Geschenken in der Weihnachtszeit (wobei bei weitem nicht alle Familien auch
alle vier Tage mit richtigen Geschenken begehen). Am 6. Dezember ist, wie in
Deutschland, Nikolaustag. Geschenke, oft „nur“ kleine Knabbereien, bringt San
Nicola, der heilige Nikolaus. Am 13. Dezember beschenkt Santa Lucia, die
Lichterkönigin, vor allem die Armen, auch für Kinder gibt es hier aber oft eine
Kleinigkeit. Am 25. Dezember findet das eigentliche Weihnachtsfest statt;
traditionell bringt hier il Bambinello Gesu, das Christkind, die Geschenke.
Durch internationalen Einfluss wird aber auch in Italien der Weihnachtsmann,
Babbo Natale, immer populärer und präsenter.
Und la Befana? Die
ist für kleine, nikolaustagartige Geschenke am 6. Januar zuständig, dem Dreikönigstag.
Sie ist also nicht die italienische Variante des Weihnachtsmannes, sondern eine
ganz eigenständige Figur.
Quellen: Barbara Rias-Bucher, Das Weihnachts-ABC; http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbraeuche/Weihnachten-Italien.html
16.
Die Engländer essen an Weihnachten traditionell Pudding
Es stimmt, zum
traditionellen englischen Weihnachtsessen gehört ein Plumpudding oder auch ein
Christmas Pudding. Wer sich darunter aber so etwas wie Schokoladen- oder
Vanillepudding vorstellt, der ist einem sogenannten false friend aufgesessen,
einem englischen Wort, das einem deutschen Wort ähnlich klingt, aber eine
andere Bedeutung hat.
Der Christmas
Pudding ist keine halbflüssige Süßspeise, sondern ein Mehlbeutel.
17. Am Knuttag werfen die
Schweden Weihnachtsbäume aus dem Fenster
Die IKEA-Werbung hat
im deutschen Bewusstsein eine interessante vermeintliche schwedische Tradition
fest verankert. Am Tag Knut, irgendwann im Januar, werden demnach in Schweden
die Weihnachtsbäume aus den Fenstern geworfen – weshalb man sich nur mit
Vorsicht durch die Innenstädte bewegen kann. Doch ist das wirklich so?
Realer Hintergrund
der Werbekampagne ist der St.-Knuts-Tag am 13. Januar, mit dem in Schweden
traditionell die Weihnachtszeit endet. An diesem Tag werden
Weihnachtsdekorationen entfernt, die letzten Weihnachtssüßigkeiten gegessen und
der Baum abgeschmückt und weggeschafft. Spektakulär aus dem Fenster geschmissen
wird er aber nicht, sondern, wie auch in Deutschland, auf den Kompost gebracht
oder für die Müllabfuhr an den Straßenrand gelegt.
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