Sonntag, 17. Dezember 2017

Weihnachtsirrtümer 15 - 17

Da ich mal wieder etwas in Verzug geraten bin, die drei kurzen Irrtümer zu internationalen Weihnachtstraditionen auf einmal:

15. In Italien bringt die Hexe Befana die Weihnachtsgeschenke
Viele Bücher, die internationale Weihnachtsbräuche behandeln, behaupten, in Italien brächte nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern eine Hexe – la Befana. Das ist so nicht richtig.
Zunächst einmal ist Befana keine Hexe, sie sieht nur so aus. Traditionell wird sie eher als eine Art Fee gedeutet. Vor allem aber gibt es in Italien vier Feiertage mit Geschenken in der Weihnachtszeit (wobei bei weitem nicht alle Familien auch alle vier Tage mit richtigen Geschenken begehen). Am 6. Dezember ist, wie in Deutschland, Nikolaustag. Geschenke, oft „nur“ kleine Knabbereien, bringt San Nicola, der heilige Nikolaus. Am 13. Dezember beschenkt Santa Lucia, die Lichterkönigin, vor allem die Armen, auch für Kinder gibt es hier aber oft eine Kleinigkeit. Am 25. Dezember findet das eigentliche Weihnachtsfest statt; traditionell bringt hier il Bambinello Gesu, das Christkind, die Geschenke. Durch internationalen Einfluss wird aber auch in Italien der Weihnachtsmann, Babbo Natale, immer populärer und präsenter.
Und la Befana? Die ist für kleine, nikolaustagartige Geschenke am 6. Januar zuständig, dem Dreikönigstag. Sie ist also nicht die italienische Variante des Weihnachtsmannes, sondern eine ganz eigenständige Figur.
 


16. Die Engländer essen an Weihnachten traditionell Pudding

Es stimmt, zum traditionellen englischen Weihnachtsessen gehört ein Plumpudding oder auch ein Christmas Pudding. Wer sich darunter aber so etwas wie Schokoladen- oder Vanillepudding vorstellt, der ist einem sogenannten false friend aufgesessen, einem englischen Wort, das einem deutschen Wort ähnlich klingt, aber eine andere Bedeutung hat.
Der Christmas Pudding ist keine halbflüssige Süßspeise, sondern ein Mehlbeutel.

17. Am Knuttag werfen die Schweden Weihnachtsbäume aus dem Fenster
Die IKEA-Werbung hat im deutschen Bewusstsein eine interessante vermeintliche schwedische Tradition fest verankert. Am Tag Knut, irgendwann im Januar, werden demnach in Schweden die Weihnachtsbäume aus den Fenstern geworfen – weshalb man sich nur mit Vorsicht durch die Innenstädte bewegen kann. Doch ist das wirklich so?
Realer Hintergrund der Werbekampagne ist der St.-Knuts-Tag am 13. Januar, mit dem in Schweden traditionell die Weihnachtszeit endet. An diesem Tag werden Weihnachtsdekorationen entfernt, die letzten Weihnachtssüßigkeiten gegessen und der Baum abgeschmückt und weggeschafft. Spektakulär aus dem Fenster geschmissen wird er aber nicht, sondern, wie auch in Deutschland, auf den Kompost gebracht oder für die Müllabfuhr an den Straßenrand gelegt.
Quellen: Norbert Golluch: Ihr Rinderlein kommet; https://de.wikipedia.org/wiki/St.-Knuts-Tag

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Fußballirrtümer: Der Super Bowl hat mehr Zuschauer als jedes Fußballspiel

Der Super Bowl, das Finale der amerikanischen Football-Liga NFL, wird oft als das „größte Einzelsportereignis der Welt“ bezeichnet. Soll h...