"Mein
Lieblingsfußballer ist Rúrik Gislason!"
"Auf Sophias kann man sich eben verlassen!"
- HALO EFFECT
Schöne Fußballer spielen schlechter. Christiano Ronaldo mag die Ausnahme sein, die die Regel bestätigt, aber im Allgemeinen ist das tatsächlich so - wie der Soziologieprofessor Ulrich Rosen in einer aufsehenerregenden Studie aus dem Jahr 2010 belegte. Woran liegt das?
Vermutlich ist es ganz einfach: Hässliche Fußballer müssen sich mehr anstrengen, um in die Mannschaften zu kommen und dort zu bleiben - schon im Jugendbereich. Attraktiven Menschen öffnen sich die Türen nach oben viel einfacher. Ein attraktiver Fußballer im selben Gehaltsbereich wie ein unattraktiver hat weniger hart trainiert und brauchte weniger Talent. Er muss auch weniger leisten, um Fans zu gewinnen und zu halten. Rurik Gislason aus Island zum Beispiel gewann innerhalb weniger Tage rund 70.000 Instagram-Follower, nachdem ein Teamkollege ein Foto von ihm mit dem Hashtag #sexyrurik teilte – mittlerweile hat er über eine Million Follower, rund 80% davon Frauen. Fast täglich bekommt er Heiratsanträge. Gislason spielt beim SV Sandhausen - einem abstiegsverdächtigen Klub der zweiten Liga.
Attraktivität ist nicht nur im Fußball hilfreich - in allen Lebensbereichen haben es
schöne Menschen einfacher. Das fängt schon in der Schule an, wo gut
aussehende Schüler bessere Noten für gleiche Leistung bekommen.
Ursache ist der Halo
Effect,
der "Heiligenschein-Effekt". Wir tendieren dazu, von einer
einfach zu erkennenden Eigenschaft auf andere, schwerer zu eruierende
Eigenschaften zu schließen – aus äußerlicher Attraktivität, die
ja leicht festzustellen ist, leiten wir viele positive Dinge ab, die
eigentlich schwer zu ermitteln wären. Freundlichkeit, Intelligenz,
sportliches Talent etc. Als Trainer also einfach mal darauf achten,
ob man wirklich mehr nach Leistung als nach Aussehen aufstellt...
Es muss aber nicht immer die Attraktivität sein, die einen beeinflusst.
Es muss aber nicht immer die Attraktivität sein, die einen beeinflusst.
Ich
hatte eine Lieblingsspielerin in meiner Mädchentruppe, Sophia.
Sophia war eine gute Spielerin, schnell, ballsicher, mit viel
Übersicht. Sie war auch sehr vernünftig und zuverlässig. Aber vor
allem hatte sie eine ähnliche Art zu denken und einen ähnlichen
Humor wie ich. Wir funkten einfach auf einer Wellenlänge. Sophia war
meine absolute Heldin. Sie konnte in meinen Augen nichts falsch
machen. Hatte sie auf dem Platz mal einen schlechten Tag, wurde sie
vom Team nicht genug unterstützt. War sie nervig, fand ich das
witzig.
Sie war wirklich ein
tolles Mädchen, da waren sich immer alle einig, aber objektiv
betrachtet wahrscheinlich nicht so toll, wie ich sie machte.
Wenig später bekamen wir eine zweite Sophia ins Team, eine großartige Fußballerin - eine der besten, die ich jemals trainiert habe - und auch sehr nett.
Und damit war mein "Sophia-Halo" geboren. Von der leicht festzustellenden Eigenschaft „Vorname Sophia“ schloss ich auf Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Spielstärke.
"Sophia" ist ein überdurchschnittlich häufiger Vorname an unserer Schule. Im ersten Jahr, nachdem die beiden ersten Sophias die Schule verlassen hatten, kam eine neue Sophia ins Team. Frau Preben sagt, ich hätte diese dritte Sophia in den nächsten zwei Jahren maßlos bevorzugt und in den Himmel gehoben. Sie stimmt mir aber auch zu, dass auch diese Sophia ziemlich gelungen war, was nicht zum Abbau meines positiven Vorurteils beitrug.
Nach Sophia III kamen drei Sophias, die gemeinsam in eine Klasse gingen. Jahrelang versuchte ich, nur aufgrund des Vornamens, diese drei in die AG zu lotsen, und als es schließlich gelang, war ich selig. Die drei wurden absolutes Stammpersonal meines Teams - das Sophia IV ein bisschen übergewichtig und daher nicht schnell und ausdauernd genug war, Sophia V nicht besonders zuverlässig und Sophia VI etwas sehr eigen, übersah ich geflissentlich. Und tatsächlich, muss man sagen, enttäuschten auch die drei nicht, waren immer nett und lustig und auch noch gut - sie holten sogar einen Landesmeistertitel im Dreierteam-Käfigfußball an die Schule. Vielleicht ist es also doch nicht der Halo Effect und Sophias sind einfach großartig.
Derzeit versuche ich, die beiden letzten Sophias der Schule in die AG zu bekommen - dabei weiß ich nicht viel mehr über sie als ihre Vornamen. Aber es sind halt Sophias. Was soll schon schiefgehen?
Wenig später bekamen wir eine zweite Sophia ins Team, eine großartige Fußballerin - eine der besten, die ich jemals trainiert habe - und auch sehr nett.
Und damit war mein "Sophia-Halo" geboren. Von der leicht festzustellenden Eigenschaft „Vorname Sophia“ schloss ich auf Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Spielstärke.
"Sophia" ist ein überdurchschnittlich häufiger Vorname an unserer Schule. Im ersten Jahr, nachdem die beiden ersten Sophias die Schule verlassen hatten, kam eine neue Sophia ins Team. Frau Preben sagt, ich hätte diese dritte Sophia in den nächsten zwei Jahren maßlos bevorzugt und in den Himmel gehoben. Sie stimmt mir aber auch zu, dass auch diese Sophia ziemlich gelungen war, was nicht zum Abbau meines positiven Vorurteils beitrug.
Nach Sophia III kamen drei Sophias, die gemeinsam in eine Klasse gingen. Jahrelang versuchte ich, nur aufgrund des Vornamens, diese drei in die AG zu lotsen, und als es schließlich gelang, war ich selig. Die drei wurden absolutes Stammpersonal meines Teams - das Sophia IV ein bisschen übergewichtig und daher nicht schnell und ausdauernd genug war, Sophia V nicht besonders zuverlässig und Sophia VI etwas sehr eigen, übersah ich geflissentlich. Und tatsächlich, muss man sagen, enttäuschten auch die drei nicht, waren immer nett und lustig und auch noch gut - sie holten sogar einen Landesmeistertitel im Dreierteam-Käfigfußball an die Schule. Vielleicht ist es also doch nicht der Halo Effect und Sophias sind einfach großartig.
Derzeit versuche ich, die beiden letzten Sophias der Schule in die AG zu bekommen - dabei weiß ich nicht viel mehr über sie als ihre Vornamen. Aber es sind halt Sophias. Was soll schon schiefgehen?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen