Freitag, 8. Dezember 2017

Weihnachtsirrtümer 8


8. An Weihnachtsstern kann man sich schwer vergiften



Zwar ist der Weihnachtsstern eine der beliebtesten Tischpflanzen in der Weihnachtszeit, doch rankt sich um ihn der Mythos, er sei lebensbedrohlich, zumindest für Kinder. Das versehentliche Verzehren von Teilen der verführerischen Pflanze könne zu schweren Vergiftungen mit Lähmungserscheinungen und schlimmstenfalls zum Tod führen.

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, die normalerweise tatsächlich giftig sind; sie enthalten hautreizende Diterpene. Das gilt allerdings nur für Wildformen. Der handelsübliche Weihnachtsstern ist diterpenfrei und unbedenklich.

Das beweist auch eine Erhebung in den USA: Man hatte 22 793 Verdachtsfälle von Vergiftung durch Weihnachtsstern untersucht. In 96% der Fälle war kein medizinisches Eingreifen irgendeiner Art erforderlich, Lebensgefahr bestand nicht bei einem einzigen. In 92 Fällen hatten Kleinkinder auffällig viele Pflanzenteile verzehrt – in keinem dieser Fälle mussten medizinische Maßnahmen ergriffen werden. Vor dem Weihnachtsstern braucht man sich also als Mensch nicht zu fürchten. Gesund ist das Essen von Zierpflanzenteilen aber generell nicht; es kann zu Magenverstimmungen führen. Zudem reagieren manche Haustiere empfindlicher auf Pflanzenteile und können durch den Verzehr von Weihnachtsstern tatsächlich gefährdet sein.

Sicherheitshalber sollte man sich bei Mensch wie Tier also doch an einen Arzt wenden, wenn versehentlich Weihnachtsstern verzehrt wurde. Grund zur Panik besteht aber nicht.

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