28.06.18
Spiele des Tages: Senegal
– Kolumbien 1:2
Japan – Polen 0:1
England – Belgien 0:1
Panama – Tunesien
1:2
Meine Tipps: Senegal
– Kolumbien 2:2 (Punkte: 0)
Japan – Polen 1:2 (Punkte: 2)
England – Belgien 2:3 (Punkte: 2)
Panama – Tunesien 1:0 (Punkte: 0)
Gesamtpunktzahl: 39
Die Vorrunde ist beendet. Viele sagen in diesem Moment immer
„Jetzt geht das Turnier erst richtig los!“ Ich sehe das anders. Für mich ist
eine WM nach der Vorrunde gefühlt schon fast vorbei, hat unheimlich etwas von
ihrem Interesse verloren. Die Vorrunde hat einen ganz besonderen Zauber, sie
ist es, was die WM zum größten Fußballereignis der Welt macht. Denn was macht
eine WM zu einer WM, was unterscheidet sie von anderen Fußballwettkämpfen?
Da ist zum einen die Exotik. Länder spielen sehen, von denen
man nicht einen einzigen Spieler kennt (oder maximal den absoluten Superstar);
Mannschaften, die sich über ein Anschlusstor bei hoffnungslosem Spielstand
freuen, als hätten sie den Pokal gewonnen – weil es für sie das Größte ist, auf
dieser Bühne gegen diese Gegner spielen zu dürfen. Diese Spiele, in denen der
Kommentator magische Dinge sagt wie „In seiner Heimat ist er ein Superstar“
oder „Von diesem Moment wird er noch seinen Enkeln erzählen“ oder „Dies ist die
erste Ecke/das erste Tor/der erste Punkt in der WM-Geschichte dieses Landes!“
ich rede natürlich von Teams wie Panama, Peru, Senegal oder auch Island. Teams,
die allesamt nach der Vorrunde die Koffer packen müssen. Wie arm ist das
Turnier doch ohne sie!
Zum anderen die besonderen Spielansetzungen. Drei oder vier
Partien an einem Tag hintereinander. Man kann sich praktisch einen ganzen Tag
lang Fußball ansehen! Da kann ein einzelnes Abendspiel nicht mithalten. Und
dazu noch die Ansetzungszeiten. Ein Spiel um 14:00 kann ärgerlich sein, weil
man es wegen der Arbeit verpasst. Es kann aber auch auf ganz besondere Weise
wundervoll sein, wenn man nämlich doch einen Weg findet, es zu verfolgen. So
ein dem Leben abgetrotztes Spiel ist ein ganz einmaliges Gefühl, ein kleiner
Triumph, den einem ein Spiel zur besten Sendezeit niemals vermitteln kann. Das
endet mit der Vorrunde, wenn es nur noch höchstens zwei Spiele pro Tag zu
zuschauerfreundlichen Zeiten gibt.
Und drittens die besondere Leichtigkeit. In der Vorrunde ist
vieles auf magische Weise locker und entspannt. Es wirkt dann wirklich wie ein
Fußballfest. Dazu tragen natürlich die schon erwähnten Exoten bei, für die das
Dabeisein wirklich alles ist und die nichts zu verlieren haben. Aber auch die
Tatsache, dass für die Spitzenteams ein unglückliches Ergebnis noch korrigiert
werden kann, dass es noch nicht um Alles geht, der volle Druck noch nicht da
ist. Auch hier ist mit der Vorrunde leider Schluss – ab dem Achtelfinale
spielen die Teams ernsthaft um den Turniersieg, und wer verliert, ist raus.
Druck, Verbissenheit, Angst sind die Folge, Angespanntheit, bisweilen
Verzweiflung und Trauer bei den Fans. Dagegen ist die Vorrunde, vor allem an
den ersten zwei Spieltagen, eine Oase der Ruhe und des freudigen Miteinanders.
Nach dem Ende der Vorrunde fehlt dem Turnier also Einiges. Dazu
kommt noch das Gefühl des nahenden Endes – deutlich mehr als die Hälfte aller
Spiele sind vorbei, bald ist alles vorüber. Das Vorrundenende ist für mich
immer mit einer gewissen Melancholie behaftet.
Zurück bleiben diesmal: Saudi-Arabien, Ägypten, Marokko,
Iran, Australien, Peru, Island, Nigeria, Costa Rica, Serbien, Deutschland,
Südkorea, Panama, Tunesien, Polen und der Senegal. Mögen wir viele von euch in
vier Jahren wiedersehen!
Fußballirrtum des
Tages: England ist so schlecht, weil
in der Liga so viele Ausländer spielen (siehe Einzelpost)
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